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Historie der Hausmakler
Der Verein Hamburger Hausmakler (VHH) ist in seiner Funktion als „Banker des Grundeigentums“ stärker denn je in der Hamburger Wirtschaft verankert

Wer beim größten Suchmaschinenanbieter „googelt“, findet auf Seite 1 unter dem Kürzel VHH auch den Verein Hamburger Hausmakler e.V. . Im traditionsreichen Siegel der hanseatisch geprägten  Maklergemeinschaft ist die Jahreszahl 1897 eingeprägt – dem offiziellen Gründungsjahr.
mietvertrag_1mietvertrag_2Der Begriff des Makelns oder auch Vermittelns ist jedoch noch viel älter und reicht etliche Jahrhunderte weiter zurück: Zum ersten Mal wurde in Hamburg in den Jahren 1288 und 1300 von Maklern gesprochen. Bereits um 1350 musste sich der Gesetzgeber mit der Regelung des Maklerwesens beschäftigen. In 1388 wurde den Maklern bereits erste Vorschriften zum Handel gemacht.

Lange Zeit ist dann nichts weiter über die Maklertätigkeit zu erfahren. Erst als in Hamburg die erste Börse Deutschlands errichtet wurde (1558) und die Stadt sich zu entwickeln begann, trat auch der Makler wieder stärker in Erscheinung. Seine Rolle als Vermittler im Wirtschaftsleben wuchs an Bedeutung.

Makler, die in Hamburg ohne Beeidigung Vermittlergeschäfte betrieben, galten als  so genannte „Freier“ und „Pfuschmakler“. Vor dem Gesetz gab es in dieser Zeit-Periode weder Versicherungs- oder Hausmakler noch einen Vermittler für bestimmte Warengattungen. Die sich immer stärker durchsetzende Spezialisierung im Maklergewerbe kam letztlich auch in den Berufsbezeichnungen zum Ausdruck. Demnach hat sich in den folgenden Jahren der Begriff Hausmakler immer mehr eingebürgert.
Im Jahre 1679 wurde durch eine ausführliche Maklerordnung und die Errichtung der Maklerdeputation die Aufsicht über diesen Berufsstand neu festgelegt.

1778 wurde eine weitere grundlegende Bestimmung in die Maklerordnung aufgenommen: Die Makler mussten einen vorgedruckten Schlussschein ausfertigen und diesen an die Parteien aushändigen. Die Zahl der beeidigten Makler war begrenzt. Im Jahre 1776 betrug sie beispielsweise 300.

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Mönckebergstraße 11 mit dem "Rappolthaus" links im Vordergrund und der dahinterliegenden "Hanse", Mönckebergstraße 15-19


Noch einmal wurden die Verhältnisse des Hamburger Maklerwesens im Jahre 1824 durch Erlass einer wiederum revidierten Maklerordnung, der letzten ihrer Art, geregelt. Das Geburtsjahr des „echten“ Immobilienmaklers war geschlagen. Der Erlass bestand aus einer eigentlichen Maklerordnung, einer Courtagentaxe und einer Eidesformel, durch die sich der Makler zur Befolgung der Ordnungsvorschriften verpflichtete. Nach diesem Beschluss wurde der Makler von der Maklerdeputation (4 Ratsherren, 2 Oberalte und sämtliche Kommerz-Deputierte) gewählt. Durch die Wahleintragung in das Verpflichtungsbuch und durch die Ablegung des Eides wurde man zum Makler ernannt und erhielt als Zeichen den Maklerstock ( Foto). Damit wurde das ausschließliche Recht zum Abschließen von Versicherungen und zum Handel und zu Mietabschlüssen von Immobilien verliehen.

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Mönckebergstraße mit dem "Rappolthaus" in den 30er Jahren. Die attraktiven vier Giebel wurden später im Krieg zerstört.


Nach abschließendem Erlass dieser Ordnung im Jahre 1825 wurden 236 Makler vereidigt. Die Zahl der beeidigten Makler stieg ganz allmählich auf 726. Darunter befanden sich etwa 100 Hausmakler. Unter den bekannten Hausmaklern der damaligen Zeit befinden sich auch Firmen, die über Generationen noch heute bestehen, z. B.
             - Nic. von der Meden, Kraefft, Strokarck, C. A. von der Meden, F.G.H. Hornbostel
               (heute Ferd. Ruscheweyh & Sohn) und  Johann Vincent Wentzel, der Stammvater
               der heutigen Firma W. Johannes Wentzel Dr. Nfl.
Die Prägung des Ausdruckes DIE BEKANNTEN HAUSMAKLER beweist die hohe Reputation, die der Hamburger Hausmaklerstand bereits damals hatte.

Starker Ausbau der Grundstücksgeschäfte
Das Grundstücksgeschäft beschränkt sich in der historischen Entwicklung nicht nur auf den Verkauf einzelner Grundstücke. Das stete Wachstum der Stadt und damit die steigende Bedeutung von Hafen und Industrieanlagen veranlassten weitschauende Hamburger Kaufleute –  zusammen mit ihren Hausmaklern – zu reagieren. Größere Geländeflächen wurden erworben, aufgeteilt und der Bebauung zugeführt. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen für eine erfolgreiche Vermittlertätigkeit bei An- und Verkäufen von Grund und Boden.
Nach langwierigen Debatten setzte sich schließlich bei den maßgeblichen Stellen die Erkenntnis durch, die Institution der beeidigten Makler aufzugeben. Am 01. Januar 1872 wurde sie per Gesetz aufgehoben. Lediglich für die Gutachtertätigkeit und die Abhaltung von Versteigerungen wurde die Beeidigung besonders ernannter Sachverständiger beibehalten.

schlussscheinDiese Tatsache veranlasste die älteren Hausmaklerfirmen im Mai 1879 eine Eingabe an den Senat zu richten. Darin wird auf die große Verantwortung der Hausmakler –  als Bankiers des Grundeigentümers – und auf die ihnen anvertrauten Werte hingewiesen.
Vorgeschlagen wird seinerzeit die Bildung einer Konföderation, deren Mitglieder sich der Prüfung einer bestimmten Norm für den bisherigen Lebens- und Bildungsgang unterwerfen sollten. Zugleich sollten die Einhaltung althergebrachter Standespflichten von jedem Mitglied beeidet werden. Ein Examen über die Fachkenntnisse und die Hinterlegung einer Kaution bei der Finanzdeputation wurde als weitere Voraussetzungen empfohlen.  Leider wurde dies von maßgeblichen Stellen abgelehnt. Es drohte die Gefahr einer Verwässerung des Berufsstandes.

Am 27.Dezember 1897 kam es schließlich zur offiziellen Gründung des Vereins Hamburger Hausmakler (VHH), dessen Zweck und Ziele über zwei Kriege und der Wiederaufbauzeit hinaus bis zum heutigen Tage unerschütterlich gelten – die standesgemäße, fachlich fundierte  und immer ehrenhafte Interessenvertretung  der Hamburger Hausmakler.

Die außergewöhnliche Vertrauensstellung, die Hamburger Hausmakler bis ins 21. Jahrhundert hinein – 117 Jahre nach Gründung des VHH und darüber hinaus –  genießen, basiert ganz wesentlich auf ihr gründliches und umfassendes Fachwissen. Erst das befähigt sie, weit über die Rolle eines gelegentlichen Vermittlers hinaus, dem Grundeigentümer stets ein zuverlässiger Berater und Sachverständiger in allen Fragen zum Thema Wohn- und Grundeigentum zu sein.